Koranisches Arabisch, Hocharabisch, Dialektarabisch: Welche Unterschiede?

„Ich möchte Arabisch lernen“ — gut, aber welches? Viele Anfänger wissen es nicht: Hinter dem Wort „Arabisch“ verbergen sich in Wirklichkeit mehrere Formen mit sehr unterschiedlichen Verwendungszwecken. Wählen Sie die falsche, riskieren Sie monatelange Mühe für ein Ergebnis, das nicht zu Ihrem Ziel passt. Und wenn dieses Ziel darin besteht, den Koran zu verstehen, wird die Unterscheidung entscheidend. Hier erfahren Sie klar, was diese drei Formen voneinander trennt — und wie Sie Ihre eigene auswählen.

Die drei großen Formen des Arabischen

Man fasst das Arabische im Allgemeinen in drei großen Kategorien zusammen. Sie existieren nebeneinander, dienen aber ganz unterschiedlichen Zwecken.

Das dialektale Arabisch (al-ʿâmmiyya)

Das ist das im Alltag gesprochene Arabisch, das sich von Land zu Land ändert: marokkanisch, ägyptisch, levantinisch, am Golf … Diese Dialekte unterscheiden sich untereinander manchmal so stark wie die romanischen Sprachen: Ein Marokkaner und ein Iraker verstehen sich nicht immer auf Anhieb. Das Dialektale lernt man vor allem mündlich, es wird so gut wie nie in standardisierter Form geschrieben — und es ist nicht die Sprache des Korans. Es ist nützlich, um in einem bestimmten Land zu leben oder zu reisen; ohne Nutzen, um einen religiösen oder klassischen Text zu lesen.

Das literarische oder moderne Standardarabisch (al-fushâ)

Das ist das formelle, der gesamten arabischen Welt gemeinsame Arabisch: das der Zeitungen, der Bücher, der Reden, der Schule. Man nennt es fushâ („das Eloquente“) oder modernes Standardarabisch. Von Rabat bis Bagdad verständlich, dient es dazu, die Presse und zeitgenössische Literatur zu lesen sowie zu studieren. Seine Grammatik ist die direkte Erbin des klassischen Arabisch.

Das koranische Arabisch (das klassische Arabisch des Korans)

Wesentlicher Punkt: Das koranische Arabisch ist keine eigene Sprache. Es ist das klassische Arabisch, so wie es sich im Koran ausdrückt. Dasselbe grammatische Gerüst wie das moderne fushâ, aber ein Wortschatz, ein Stil und Wendungen, die dem koranischen Text und der Literatur der ersten Jahrhunderte des Islams eigen sind. Das ist die Form, die Sie anstreben sollten, wenn Ihr Ziel darin besteht, den Koran in seiner Ursprungssprache zu verstehen.

Koranisches Arabisch oder literarisches Arabisch: der eigentliche Unterschied

Diese beiden Formen sind eng verwandt — beide gehören zum fushâ — und genau das stiftet die Verwirrung. Der Unterschied ist nicht grammatischer Natur: Er liegt im Wortschatz und im Zweck.

  • Das moderne fushâ zu lernen vermittelt Ihnen die Regeln, aber einen Wortschatz, der auf das aktuelle Geschehen, die Verwaltung, das moderne Leben ausgerichtet ist — für den Koran wenig ergiebig.
  • Das koranische Arabisch zu lernen heißt, dieselbe Grammatik zu erwerben, aber mit dem Wortschatz, den Ausdrücken und den Strukturen, denen Sie tatsächlich im Koran begegnen werden.

Ergebnis: Bei gleicher Lernzeit erschließt sich demjenigen, der direkt das koranische Arabisch lernt, der Sinn des heiligen Textes weitaus schneller. Um mehr zu erfahren: Was genau ist koranisches Arabisch?

Welche Form sollten Sie je nach Ziel lernen?

Ihr ZielDie zu lernende Form
Den Koran verstehen und lesenKoranisches Arabisch
Die Presse, moderne Literatur lesen, studierenLiterarisches Arabisch (modernes fushâ)
Im Alltag in einem bestimmten Land sprechenDer Dialekt dieses Landes

Gute Nachricht: Da das koranische Arabisch und das moderne fushâ dieselbe Grammatik teilen, erleichtert die Beherrschung des einen den Zugang zum anderen enorm. Mit dem Koranischen zu beginnen ist daher niemals eine Sackgasse — im Gegenteil, es ist eine solide Grundlage.

Sie schwanken für Ihr eigenes Ziel noch zwischen beiden? Dieser Frage haben wir eine vollständige Antwort gewidmet: Muss man modernes Arabisch lernen, um den Koran zu verstehen?

Warum mit dem koranischen Arabisch beginnen?

Wenn Ihre vorrangige Motivation religiös ist, ist „Arabisch im Allgemeinen“ zu lernen ein Umweg. Die Didaktik des koranischen Arabisch geht direkt vom Text aus: Man lernt die Sprache anhand dessen, was man verstehen möchte. Das ist motivierender — jede Lektion bringt dem Sinn des Korans näher — und effizienter, denn der gelernte Wortschatz ist genau jener, der im Text am häufigsten vorkommt. Das ist das ganze Prinzip der Methode des Institut Imtiyaz, die darauf ausgelegt ist, einen Anfänger — auch einen Nicht-Arabischsprecher — Schritt für Schritt bis zum Verständnis des Korans zu führen.

Zusammengefasst

  • Dialektal: im Alltag sprechen, je nach Land unterschiedlich.
  • Literarisch / fushâ: das moderne, formelle, der arabischen Welt gemeinsame Arabisch lesen und schreiben.
  • Koranisch: den Koran in seiner Sprache verstehen (das klassische Arabisch des Textes).

Wenn der Koran Ihr Ziel ist, verzetteln Sie sich nicht: Streben Sie von Anfang an das koranische Arabisch an.

Sie wissen nun, welche Form des Arabischen Sie anstreben sollten. Um zur Praxis überzugehen, erfahren Sie, wie man als Anfänger das Arabisch des Korans lernt.

Häufige Fragen

Ist das koranische Arabisch für einen echten Anfänger zu schwierig?
Nein, vorausgesetzt, die Methode beginnt wirklich bei null — einschließlich des Alphabets für Nicht-Arabischsprecher.

Werde ich Arabisch sprechen können, wenn ich koranisches Arabisch lerne?
Sie werden klassisches Arabisch lesen und verstehen können. Für die alltägliche Konversation braucht es einen Dialekt; doch die erworbene grammatische Grundlage wird Ihnen dabei sehr helfen.

Wo soll ich konkret anfangen?
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